Archiv für September 2012

Grenzfrei Festival „Party ohne Grenzen Vol.2“!

Grenzfrei Festival „Party ohne Grenzen Vol.2“ am 17. November 2012
Die Sommerpause ist vorbei und Grenzfrei hat einen Termin für das nächste Soli-Konzert. Am 17. November wird es wieder laut und grenzenlos im Treff. der Wittener Werkstadt. Weitere Infos folgen in den nächsten Tagen.
Außerdem haben Mitglieder unserer Gruppe am Mittwoch den 19. September eine Kundgebung mit Infostand mit dem Thema „Gegen die Abschottung der EU-Außengrenzen. Für globale Bewegungsfreiheit.“ in der Wittener Innenstadt durchgeführt – checkt dazu unsere Pressemitteilung.

Infostand Wittener Innenstadt 19.10.12

PM: Grenzfrei Gruppe protestierte gegen die „Festung Europa“
Eine Hand voll Aktivisten der aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestehenden Gruppe
Grenzfrei hielten am Montag eine Kundgebung auf dem Vorplatz der Wittener Stadtgalerie ab. Mit
einem Infostand, Flyern und Redebeiträgen wurden die Passanten darüber informiert, dass an den
europäischen Grenzen jährlich tausende Flüchtende bei dem Versuch nach Europa zu gelangen
sterben. Die Gruppe versuchte zu erläutern, welche Rolle die Grenz-Polizei und die europäische
Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen „Frontex“ dabei spielen. In einem
Redebeitrag stellte die Gruppe klar, dass Rassismus nicht erst da beginne, „wo Neonazis auf ihre
Opfer einprügeln“, sondern „Rassismus (…) für Flüchtende bereits an den europäischen
Außengrenzen“ spürbar sei. Mehrere Hundert Flyer mit dem Titel „Gegen die Abschottung der EU-
Außengrenzen! Für weltweite Bewegungsfreiheit! Keine Festung Europa!“ wurden an interessierte
Wittener verteilt.
Die Gruppe Grenzfrei organisierte im Mai das im Treff. stattfindende Benefiz-Konzert „Party ohne
Grenzen“. Eine Neuauflage des Konzertes ist am 17. November diesen Jahres geplant. Die Gruppe
versucht durch das Konzert Gelder für Projekte, die Flüchtlinge unterstützen, zu sammeln.

infostan2 infostand2

Wir dokumentieren an dieser Stelle den mehrfach gehaltenen (Kurz-)Redebeitrag:

Liebe Passantinnen und Passanten!
Wir sind heute hier, um auf die rassistische Abschottung der europäischen Außengrenzen hinzuweisen. Tausende Flüchtende sind in den letzten Jahren auf dem Weg nach Europa gestorben – Schuld daran trägt die EU, die ihre Grenzen unter anderem durch die paramilitärisch agierende Frontex-Agentur schützt.
Zäune und militärische Grenzanlagen werden errichtet, Flüchtlingsboote werden zum Umdrehen gezwungen, Kenternden Booten und den zu Ertrinken drohenden Menschen wird die Hilfe verweigert, die wenigen Ankömmlinge werden in Sammellagern inhaftiert und in den meisten Fällen abgeschoben.
Rassismus beginnt nicht erst da, wo Neonazis auf ihre Opfer einprügeln.
Rassismus beginnt nicht erst bei Pogromen wie in Hoyerswerda und Rostock Lichtenhagen, bei denen Neonazis Menschen anzünden und dafür auch noch Applaus von der Bevölkerung bekommen.
Und Rassismus beginnt auch nicht erst da, wo rechte Terroristen neun Menschen töten können, die Presse von Döner-Morden berichtet und die deutschen Geheimdienste zusehen, vertuschen und das ganze auch noch durch V-Männer bezahlen.
Rassismus beginnt für Flüchtende bereits an den europäischen Außengrenzen.
Rassismus beginnt bei der menschenunwürdigen Behandlung der wenigen Geflüchteten, die es überhaupt bis nach Europa schaffen.
Rassismus beginnt, wo der deutsche Staat das Asylrecht immer weiter beschneidet, Menschen aufgrund ihrer Herkunft und ihres Aussehens kontrollieren lässt und die Bewegungsfreiheit einschränkt.
Wo Menschen in Sammelunterkünften zusammengepfercht werden, wo Menschen ein würdevoller Lebensstandart verwehrt bleibt und Staat und Polizei Menschen abschieben – immer öfters ungeachtet der menschenrechtlichen Standarts in den Ländern, in die die Menschen deportiert werden.
Wir grüßen an dieser Stelle den momentan stattfindenden von Flüchtlingen selbst organisierten Marsch nach Berlin und solidarisieren uns mit dem Versuch der Flüchtlinge, sich gegen Schikanen wie die Residenzpflicht und die rassistische Behandlung durch die deutschen Behörden und die rassistische Gesetzgebung zur Wehr zu setzen und wünschen viel Kraft und Erfolg!
Weltweite Bewegungsfreiheit ist ein Menschenrecht!
Gegen den Ausbau der Festung Europa!

Desweiteren wurden mehrere hundert folgender Flyer verteilt:

Gegen die Abschottung der EU-Außengrenzen!
Für Weltweite Bewegungsfreiheit!
Keine Festung Europa!
Paramilitarismus in der EU? Frontex!
Frontex ist der Name der europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen. Wo die Grenzschutzagentur Frontex operiert, gibt es per Definition nur »illegale Migration«, die gemeinsam mit »Partnerstaaten« wie Libyen, Marokko, Tunesien, Mauretanien zu bekämpfen ist – egal, welche menschenrechtlichen Standards diese Staaten haben.
Gegen die menschenrechtswidrige Praktiken von Frontex und den Grenzbehörden der EU-Mitgliedstaaten formiert sich europaweit Kritik und Widerstand. Die Kernforderung: An den europäischen Grenzen dürfen keine menschenrechtsfreien Zonen entstehen!
Was bedeutet Frontex für flüchtende Menschen?
An den EU-Grenzen sterben jährlich Tausende beim Versuch, Europa zu erreichen um ein besseres Leben führen zu können. So werden oft völlig überfüllten Boote der Flüchtenden, die versuchen das Mittelmeer zu überqueren, von den Schergen des Grenzregimes aufgehalten und zurück geschickt, in Seenot geratenen Schiffen wird die Hilfe verwehrt, paramilitärisch abgesicherte Grenzanlagen werden errichtet usw.
Bevor die Flüchtenden überhaupt die – an sich schon wenig aussichtsvolle – Möglichkeit, Asyl in einem Mitgliedsstaat der EU zu beantragen, bekommen, verhindern Frontex und Grenzpolizei die Ankunft in der EU.
Frontex abschaffen! Keine (menschen-)rechtsfreien Räume an den europäischen Grenzen!
Gegen den Ausbau der Festung Europa!
Bewegungsfreiheit ist Menschenrecht!